neue gegen alte Kugellager tauschen?

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Moderator: Burkhard

sk8-13
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neue gegen alte Kugellager tauschen?

Beitrag von sk8-13 » Freitag 28. März 2008, 16:38

Hallo
Ich hab mir jetzt bei ebay K2 Skater gekauft, die aber nur ABEC 3 Kugellager haben. Da in meinen alten, mitlerweile zu kleinen Skates noch ABEC 5 Lager sind, frage ich mich, ob ich die nicht einfach außtausche. Kann ich so die Qualität der Skates verbessern, oder sind die alten Lager, eben weil sie schon 3 Jahre aufm Buckel haben und oft benutzt wurden, schlechter als die neuen?

Vielen Dank für die Antworten
sk8-13

Klaus-R
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Beitrag von Klaus-R » Samstag 29. März 2008, 23:26

Hallo
Ich kopiere Dir mal anschließend ein paar Infos zu Kugellager.
Aber zuerst:
ABEC alleine ist nicht glücklich machend, sagt es doch nur etwas über Toleranzen, nicht aber über Werkstoffe und deren Oberflächenbehandlung aus.
Und: Ein tolles Lager, das mal im Regen gefahren wurde und nicht sofort getrocknet wurde, also Rost angesetzt hat und somit die Lauffläche des Kugellagers rau gemacht hat (und bei Regen kommt auch immer massig viel Dreck in das Lager hinein), ist anschließend kaputt.

Du musst also jedes Lager einzeln überprüfen. Dreht sich die Rolle noch leicht? Nein? Dann muss das nicht am Lager liegen. Es kann bei einem neuen Lager auch an zu viel Fett liegen, das sich erst verteilen muss.
Es kann auch an einer passungenauen Rolle liegen (das Lager wird verspannt).
Es kann genauso an deformierten Spacern liegen. Und anderen Geometriefehlern.
Also vielleicht die Lager ohne Rollen prüfen? Ja, warum nicht, einzeln, den Innenring zwischen 2 Fingern halten und den Aussenring drehen. Und dabei auf Leichtgängigkeit achten: auf rauen Lauf, auf Widerstände…..

Nun erst mal ein paar Infos, Texte, die ich aus irgendeinem Forum kopiert hatte, weil ich sie als sehr zutreffen fand.
Ich bin mir sicher, dass in Skates oft nur Billiglager verarbeitet werden. Also zusätzlich gute Lager zu kaufen kann eine Wahl sein. Vielleicht gleich aus Edelstahl? Die rosten dann nicht. Meine habe ich nun schon seit 3 Jahren.
Ich persönlich finde, dass die Geometrie der Schiene, Achsen, Spacer und Rollen wichtiger sind (Problem bei billigen Skates) und die Verbesserung der eigenen Fahrtechnik entscheidender ist als ABEC 1 bis 7.

Viele Grüße
Klaus-R


DAS ABEC der Lager

Dein Lager das unbekannte Wesen. Es liegt an der Vielzahl der Begriffe, der Vielzahl der Hersteller und nicht zuletzt daran, dass man als Kunde so ein Kugellager beim Kauf kaum beurteilen oder gar testen kann. Also verlassen sich die meisten Skater auf ABEC. Oder auf den Test mit der Hand - einfach andrehen, wie läuft das Lager? Letzteres ist der größte mögliche Unsinn! Viele der in Kugellagern verwendeten Schmierstoffe brauchen nämlich etliche Kilometer (z.TI. 30-50km) Einlaufzeit. Hilft also doch die ABEC Zahl? Und was bedeutet sie?

Was bedeutet ABEC

Für Kugellager werden international zwei Standards akzeptiert. Die von der International Organisation for Standardisation (ISO) und die vom Annular Bearing Engergee Committee (ABEC) bestimmten Spezifikationen für Toleranzen. Dies sind hauptsächlich alle maximal zulässigen Abweichungen bei der Fertigung von Kugellagern.
Mit steigender ABEC Zahl werden die Toleranzen immer geringer, d.h. die Lager immer präziser
-aber was bedeutet das für Inliner?

Nicht so viel, wenn man sich folgendes ansieht:
Bei Kugellager Bohrungen gemäß ABEC 1 sind Toleranzen von -0,OO8mm, bei ABEC 5 von -0,005 mm toleriert. Die Toleranzunterschiede bei den anschließenden Bauteilen (Spacer) liegen bei 0,01 bis zu 0,1 mm, sind also bis zu 20 mal höher. Dazu kommen dann bei den Skates noch die Achsen und Felgentoleranzen....

ABEC ist somit in der Regel fast unwichtig.
"Der Wust an Sagen und Legenden über ABEC hat sich leider nicht gelichtet", stöhnt da Detlef Klostermann vom Bearing Service Düsseldorf.
Stimmt, tatsächlich ist für die Verschlechterung von Lagerlaufeigenschaften bei Kugellagern meist einfach nur das Eindringen von Schmutzpartikeln oder die Rillen und Riefenbildung auf den Laufflächen (bei schlechtem Material).
Wichtigere Parameter für das optimale Fahrgefühl auf Inline-Skates sind da also Rundlaufeigenschaften und die Rauheit der Oberflächen der Lagerlaufbahn und der Kugeln, sowie deren Materialien. Das richtige Radspiel die gleichmäßige Kugellagerhärte der passende Schmierstoff, ja sogar der Dichtdeckel sind hier wesentlich ausschlaggebendere Faktoren.

So kann das Fahrgefühl, auch die Geschwindigkeit, mit einem Abec5 Lager durchaus der mit einem ABEC 1 Lager unterlegen sein.
Das schafft schon der passende oder unpassende Schmierstoff.

Wie unterscheidet der Profi?

Die folgenden Faktoren bestimmen die Laufruhe von
Kugellagern:
1 Formgenauigkeit der Laufbahnen und Wälzkörper
2 Oberflächengüte der Laufbahnen und Wälzkörper
3 Sauberkeit des Lagers und der Schmierstoffe
4 Sorgfalt bei der Montage des Lagers

Besonders die Faktoren 1 und 2 machen sich beim Einsatz von Kugellagern in Skates sofort bemerkbar. Hier gibt es große Differenzen, und hier trennen sich auch deutlich die Wege zwischen hochwertigen Kugellagern und qualitativ minderwertigen Billiglagern.

Formgenauigkeit der Laufbahnen

Bedingt durch die mechanische Bearbeitung der Kugellagerringe sind immer kleine Abweichungen von der optimalen Kreisform vorhanden. Diese führen sofort zu Vibrationen und bei der Prüfung mit dem Anderon Meter - aber auch beim normalen Gebrauch - zum Anstieg der Laufgeräusche. Diese verstärken sich mit steigender Drehzahl.

Material und Oberfläche

Billiglager in billigen Skates - was leider nicht heißt, dass in teuren immer ausgezeichnete Lager zu finden sind - sind meist aus Blech. Industrielager dagegen aus Chromstahl (meist lOOCrMo6). Sie werden auch noch einem speziellen Härteprozess unterzogen. Das bringt sowohl die Laufbahnen als auch die Kugeln (übrigens auch aus lOOCr6) z.B. bei UM auf eine Härte von 60 bis 66HRC (Hardness Range). Danach werden bei Spitzenkugellagern die Laufbahnen auch noch einem Hohnprozess unterzogen. Der glättet die Rauhigkeitsspitzen nach dem Schleifen ein weiteres Mal. Ein Blick durch das Mikroskop lässt anschließend eine spiegelblanke Oberfläche der Laufbahnen erkennen. Die Kugeln werden derselben Prozedur unterzogen.

Die Wahl

Man sieht ABEC ist nicht der wichtigste Faktor. Die Laufruhe und Geschwindigkeit ist doch sehr von den Materialien deren Genauigkeit und Bearbeitung abhängig. Generell lässt sich sagen: Europäische Lager sind meist viel besser als asiatische oder russische. Blechlager sollte man sofort gegen Stahl Industrielager austauschen.
Die Pflege ist sehr wichtig - Schmutz im Lager ist der größte Feind.
Ein ,,normaler" Skater dürfte mit einem 608ZZ Lager ausreichend bedient sein. Spezialisten gehen da auf halboffene Lager mit spezieller Lagerluft speziellen Schmierstoffen - da wird es zwar noch schneller, und auch über 4OkmH gibt es kein Flattern und Vibrieren, aber die Lager müssen ständig gepflegt werden und kosten auch einiges mehr.

laui
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Beitrag von laui » Mittwoch 2. April 2008, 17:03

Kleinen Tipp zur Pflege der Lager.
Nachdem ich mit Benzin zunächst mal das alte Fett/Öl gelöst habe,
kommen die Lager bei mir mit viel Spühlmittel in ein "Billig"-Ultraschallbad (die Dinger gibt es unter 20 Euro immer mal wieder bei Diskountern).
Es ist interessant, was aus "sauberen" Lager noch so rauskommt.
Dann drehe ich die Lager ein kleines Stück und wiederhole das Ultraschallbad. Dies wiederhole ich, bis auf dem Boden des Ulraschallgerätes keine "Brösel" mehr zu sehen sind.
Anschliessend werden die Lager auf dem warmen Heizkörper sehr gut getrocknet (Rostgefahr). Erst dann kommt bei mit Teflon-Öl zum Einsatz (aber hier hat sicherlich auch jede sein eigenes Geheimrezept) Mit Silikon-Fett hatte ich auch gute Erfahrungen gemacht, dies zieht jedoch den Dreck mehr an, bei Teflon-Öl verdunstet die Lösungsflüssigkeit.
Miriam und Martin

http://www.speedteamduo.de

Hoffentlich gibts bald wieder familienfreundliche RUNDKURSE !!! Vor allem in den Schulferien !

Helme schützen jeden !

Exil
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Beitrag von Exil » Donnerstag 3. April 2008, 21:04

Mein Tipp, behalt die Lager, tausch die Skates! :wink:

Ein bißchen viel Hype um die Lager finde ich! Ultraschallbad, was für ein überflüssiger Blödsinn! Das sind Skates aus dem Auktionshaus, da sind keine Keramiklager drin, oder? Immerhin geht es hier um einen gewöhnlichen Fitness-Skate. Bevor ich mir Sorgen um die ohnehin ziemlich qualitätsfernen Angaben wie ABEC machen würde, würde ich mir vernünftige Rollen kaufen und die alten Lager rein machen. Das bringt sicher deutlich mehr. Und unter Umständen sind gute Abec 3 Lager sogar besser als billige Abec 5. Wenn es überhaupt ums Lager geht, dann eher deutsche Qualität kaufen. SKF, NTN z.B. egal was für Abec.

Und bevor ich die Lager aus dem k2 auch noch aufwendig reinigen würde, Lager raus, Mülleimer auf, Lager rein. Bei ebay einen Satz nachkaufen für kleines Geld, Lager rein, weiter fahren.

Und es ist erstaunlich, wie einfach man gute Lager reinigen kann. Deckel runter ist beim ersten Mal noch der schwierigste Job. Ins Spüliwasser, ordentlich schrubben mit der Zahnbürste, Lager raus, gut spülen, mit Gefühl trocknen und Öl rein, die fahren mit dem billigsten 1,- Euro Nähmaschinenöl besser als mit zähem Fett. Mit WD 40 wie der Blitz.

Gruß
Nicole
Huch! Was ist das denn.....

andr_gin
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Beitrag von andr_gin » Donnerstag 17. Juli 2008, 18:01

1.) ABEC sagt so gut wie gar nichts aus. Die ABEC5 von SKF Race sind High End Rennlager, während viele Skates im Kaufhaus schon ABEC9 Lager drin haben, die vielleicht 10 Euro Wert sind. Unter ABEC5 ist jedoch meistens ein Zeichen dafür, dass es wirklich Schrott ist.
Bei den Lagern solltest du jedoch beachten, dass billige Lager, aber auch die meisten der Mittelklasse mit Fett oder Gel geschmiert sind, was einige Zeit zum Einlaufen braucht (50-100km sind ein guter Richtwert). Erst dann kann man sie wirklich vergleichen. Wenn die Lager dann wieder etwas liegen und vielleicht sogar rosten, werden sie wieder schlechter, bis man sie wieder etwas einfährt.

2.) Das mit den kaputten Lagern würde ich aber nicht so eng sehen. Wenn man einmal in den Regen kommt, wird das gerade fürs Training niemanden umbringen. Ein paar Rostflecken sind nicht tödlich, aber wenn die Skates ständig im nassen liegen gelassen werden und dann wieder 2 Jahre vor sich hin rosten, dann werden die Lager natürlich schon langsamer. Klar fürs Rennen nimmt man frische, nicht gerostete, aber beim Training ist es mehr egal.

3.) Billige Lager bremsen, aber der Unterschied zwischen Mittelklasse Lagern und wirklich guten ist dann nicht mehr so groß. Das bremsen die Rollen schon viel mehr bzw. der Luftwiderstand. Es macht keinen Sinn Lager um 80 Euro zu kaufen und in Inline Skates einzubauen, die insgesamt nur 50 Euro gekostet haben und wo die Rollen 70mm klein sind mit Härten unter 80A

Exil
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Beitrag von Exil » Samstag 19. Juli 2008, 09:43

andr_gin hat geschrieben:Unter ABEC5 ist jedoch meistens ein Zeichen dafür, dass es wirklich Schrott ist.
Was für ein Blödsinn.

Erst beschreibst Du, daß Abec keinerlei Qualitätsstandard ist, dann sind alle Lager unter Abec 5 Schrott.

Es gibt SKF Lager in 608 oder 688, die haben überhaupt keine Abec Bezeichnung und das sind absolute Qualitätslager! Ebenso FAG und INA. Und die gibt´s unter Umständen sogar für die Hälfte vom Abec irgendwas Lagern, denn auf die fällt nur jemand rein, der uninformiert ist. Also lieber vorher mal richtig googlen, was ein gutes Lager ausmacht und dann kaufen. Aber bei K2 Fitness Skates ist es egal ob Abec 3, Abec 5 oder richtig gute Lager. Die Energie geht über die schlechten Rollen und das instabile Frame ohnehin flöten.

Gruß Nicole
Huch! Was ist das denn.....

andr_gin
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Beitrag von andr_gin » Dienstag 22. Juli 2008, 20:34

1.) Ich wüsste auf die Schnelle kein gutes Lager, das in ABEC1 oder ABEC3 gefertigt ist. Wenn man ein gutes Lager fertigen will, dann wird man bei Metalllagern gar nicht daran vorbei kommen, dass man die Werte im ABEC Standard einhält, weil sonst nichts raus kommt bzw. Von SKF Race gibt es sehr gute Lager mit ABEC5, aber darunter habe ich noch nichts gesehen. Die habe ich bisher nur bei billigen Skates bzw. Rollen-Lager Sets um 30 Euro gesehen.

2.) Die Lager, die nicht nach ABEC sondern z.B. nach DIN625 gefertigt sind, die kann man sowieso nicht mit ABEC1 oder schlechter gleichsetzen. Da ist einfach nichts angegeben, weil die Lager meistens so gut sind, dass sie sich über die Marke bzw. die allgemeine Qualität so gut verkaufen, dass ein Werben mit ABEC nicht notwendig ist.

fuertematze
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Beitrag von fuertematze » Dienstag 22. Juli 2008, 22:28

hohoho..... und immer wieder ABEC.

ABEC = Annular Bearing Engineers Committee, ist eine Inch-Toleranzklasse. Sie gibt die Toleranzgröße in max. und min. Werten für Maßgenauigkeit, Formgenauigkeit und Laufgenauigkeit

Mit der ABEC-Skala wird also die Genauigkeit und die Toleranz des Kugellager angegeben. Sie gibt aber keinerlei Auskunft über - Qualität des Materials - die Art und Qualität des Käfigs - den Schmierstoff - das Lagerspiel - die Abdichtung des Lagers..........

auf deutsch --) lauf einfach eine saubere technik und hab spass beim skaten mt deinen K2 -- vor allem vergiss das ganze abec gedöns. nimm die alten lager einfach als ersatzlager.....


n´abend

matze

andr_gin
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Beitrag von andr_gin » Mittwoch 23. Juli 2008, 23:11

1.) Das mag sein, dass der ABEC Standard nichts über die Qualität eines Lagers aussagt, aber wenn die Lager Mist sind und langsam gehen, dann hilft das alles nichts und man muss sich neue holen, egal, welchen ABEC Standard sie haben.

2.) ABEC ist so wie die Anzahl der U/min bei einem Automotor. Nur weil er 10K U/min hat, heißt das nicht, dass der Motor gut für einen Sportwagen ist, weil es kann sich auch um einen kleinen Modellbauflieger handeln. Umgekehrt ist es aber nicht möglich bzw. sehr umständlich einen schnellen Rennwagen mit einem Motor zu bauen, der nur 5K U/min schafft und wenn der rote Bereich schon bei 4K anfängt, kann man zu 99% sagen, dass es kein Formel 1 Auto sein wird.

3.) Ich würde mir ordentliche Lager kaufen inkl. Rollen, weil wenn alles schleift und man mit 10km/h durch die Gegend rollt, dann macht das ja keinen Spaß.

SpeedyGonsalez

ABEC oder nicht, das ist hier die Frage

Beitrag von SpeedyGonsalez » Donnerstag 24. Juli 2008, 10:08

Ich kenne die genauen Tabellen für ABEC-Normen und deren Toleranzen nicht.
Ich habe aber genügend Lager gesehen um mir ein eigenes Bild darüber machen zu können.
Aktuelle Speedskates haben im Normalfall ABEC7-Lager. Ich kann mir nicht vorstellen dass das nur Marketing ist. Ich lasse mal die ILQ-Lager aussen vor.
Ich bin bereits Skates gefahren die "nur" ABEC5 hatten und sie liefen besser als die hochgelobten ABEC7. Dann wiederum habe ich mir teuere FILA-Skates gekauft mit "nur" ABEC7 wie ich dachte und die laufen superb!
Was sagt uns das?
Entweder man hört auf den kompetenten Rat eines Fachverkäufers oder man greift zu einem bekannten Markennamen.

Was ich aber noch nicht verstanden habe, warum die Kugellager eingefahren werden müssen, DAMIT sich das Fett verteilt?! Ich ging immer davon aus, dass Fett bei Wärme weich wird. Und in so einem Kugellager kann ganz schnell Wärme entstehen, das dissipiert nur ein Teil, es erniedrigt sich die Viskosität des Fettes und schwupps- es ist flüssig. Ich kann also nicht verstehen wieso ich damit 50-100km fahren muss.
Erklären könnte ich es mir nur, durch das "einschleifen" der Kugeln, des Käfigs und der Dichtung(wenn schleifend..). Hat jemand da eine plausible Erklärung?

Und ganz nebenbei: Ich habe Industrie-Kugellager mit ABEC5 Titulierung, die laufen als wären es Speedlager mit Topauszeichnung, 1€ das Stück- LOL.

Friedel WNS Team
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Beitrag von Friedel WNS Team » Sonntag 27. Juli 2008, 09:04

Rhine-on-Skates 27.08.2011

!!!! Nie ohne Helm skaten !!!!

andr_gin
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Re: ABEC oder nicht, das ist hier die Frage

Beitrag von andr_gin » Sonntag 27. Juli 2008, 20:09

SpeedyGonsalez hat geschrieben:Ich kenne die genauen Tabellen für ABEC-Normen und deren Toleranzen nicht.
Ich habe aber genügend Lager gesehen um mir ein eigenes Bild darüber machen zu können.
Aktuelle Speedskates haben im Normalfall ABEC7-Lager. Ich kann mir nicht vorstellen dass das nur Marketing ist. Ich lasse mal die ILQ-Lager aussen vor.
Das ist nicht Marketing. Wenn man gute Lager bauen will, dann setzt man meistens Technologien ein, wo die Toleranzen den ABEC7 Standard schaffen.
Ich bin bereits Skates gefahren die "nur" ABEC5 hatten und sie liefen besser als die hochgelobten ABEC7. Dann wiederum habe ich mir teuere FILA-Skates gekauft mit "nur" ABEC7 wie ich dachte und die laufen superb!
Es gibt gute Lager z.B. von SKF Race, die nur ABEC5 sind. Das sind aber top Lager. Ob ABEC7 oder ABEC9 ist egal, weil diese Feinheiten dann nicht mehr wirklich viel bringen. Da sind dann mehr die Härte des Materials, die chemische Haltbarkeit (z.B. Rost) etc. wichtig.
Was sagt uns das?
Entweder man hört auf den kompetenten Rat eines Fachverkäufers oder man greift zu einem bekannten Markennamen.
Das mit den Markennamen stimmt. Den "Fachverkäufern" bei diversen Sportgeschäften, wo die besten Inline Skates 100 Euro kosten würde ich allerdings nicht viel glauben. Der eine meinte ich schaffe es nie mit 4x90mm durch die Stadt. Das ist komplett unmöglich, weil die Rollen viel zu groß sind und jetzt fahre ich mit 4x100 1x90 und ist absolut kein Problem.
Was ich aber noch nicht verstanden habe, warum die Kugellager eingefahren werden müssen, DAMIT sich das Fett verteilt?! Ich ging immer davon aus, dass Fett bei Wärme weich wird. Und in so einem Kugellager kann ganz schnell Wärme entstehen, das dissipiert nur ein Teil, es erniedrigt sich die Viskosität des Fettes und schwupps- es ist flüssig. Ich kann also nicht verstehen wieso ich damit 50-100km fahren muss.
Erklären könnte ich es mir nur, durch das "einschleifen" der Kugeln, des Käfigs und der Dichtung(wenn schleifend..). Hat jemand da eine plausible Erklärung?
Das Fett wird flüssiger, aber nicht so flüssig, dass es sofort in die kleinsten Ecken kommt, wo es nicht einmal Wasser hin schafft. Dann würde es ja gleich aus dem Lager austreten. Das Verteilen des Fetts dauert einige Zeit. Im Kugellager hat man ja nicht so viel Reibung zumindest bei guten nicht. 100km sind ein guter Anhaltspunkt, obwohl sich die Werte nachher immer noch verbessern. Bei Gel ist es so ein Mittelding mit offiziell 20-50km und bei Öl sind die Skates sofort renntauglich.
Und ganz nebenbei: Ich habe Industrie-Kugellager mit ABEC5 Titulierung, die laufen als wären es Speedlager mit Topauszeichnung, 1€ das Stück- LOL.
Lass mich raten. Du hast das Lager mit der Hand angestoßen und geschaut wie lange es läuft. Das sagt aber nicht wirklich viel aus. Wenn man ca. 80kg auf einem Skate hat, dann sind die Werte schon einmal ganz andere und wenn dann der Winkel des Gewichts auch nicht ganz gerade ist, sondern geneigt, dann sind die Werte noch einmal ganz anders.

Beispiel siehe hier: http://web117.omikron.ibone.ch/teamhein ... -test.html

Ist die Frage, ob die Industrielager sich da auch noch so gut drehen.

mamawutz
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Wohnort: Heppenheim, Bergstraße

Beitrag von mamawutz » Sonntag 27. Juli 2008, 22:59

Bergab ist blöd
und, ganz wichtig,
Skaten muß nicht weh tun.

SpeedyGonsalez

Re: ABEC oder nicht, das ist hier die Frage

Beitrag von SpeedyGonsalez » Donnerstag 31. Juli 2008, 18:19

andr_gin hat geschrieben: Lass mich raten. Du hast das Lager mit der Hand angestoßen und geschaut wie lange es läuft. Das sagt aber nicht wirklich viel aus. Wenn man ca. 80kg auf einem Skate hat, dann sind die Werte schon einmal ganz andere und wenn dann der Winkel des Gewichts auch nicht ganz gerade ist, sondern geneigt, dann sind die Werte noch einmal ganz anders.

Beispiel siehe hier: http://web117.omikron.ibone.ch/teamhein ... -test.html

Ist die Frage, ob die Industrielager sich da auch noch so gut drehen.
Ja ich lasse Dich raten, upps leider falsch. Willst Du nochmal?

Nein Spaß beiseite, ich bin die Dinger natürlich gefahren, was sonst. Dass das bloße anstossen der Lager keine Garantie darstellt, ist mir klar- ich erinnere nur an die Viskosität der Fette..
Hab die Lager jetzt seit knapp 300km im Einsatz und sie laufen hervorragend. Genaues kann ich nicht sagen, weil die Härte meiner Rollen verschieden zu der der anderen mit anderen Lagern ist.
Na, wir werden uns bestimmt bei RoS nochmal genau drüber unterhalten können ;)

Scotty
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Beitrag von Scotty » Freitag 8. August 2008, 23:32

Der Hype um das Material hat Grenzen, so jedenfalls finde ich.

Wenn nach den ersten 100 Metern auf Staubiger Bahn (Straße) in einem höchstgenau gefertigtem Lager die ersten Staubkörnchen ihre Arbeit geleistet haben, ist es vorbei mit allen ABEC-Angaben. Dann sind die Fertigungstoleranzen schon Schnee von Gestern.

Freilich hat man bei einem aufwändig produziertem Lager eher die Chance, dass es besser läuft (und hoffentlich auch dauerhaft besser) als ein Lager, dass von vorneherein billig produziert wurde. Die ABEC-Angabe (wenn sie denn stimmt!) kann ein Hinweis auf ein gut produziertes Lager sein, wie auch der Preis. Allerdings sind es eben die Ausnahmen, die die Regel bestätigen :-)
Viele können von guten und doch sehr günstigen Lagern berichten (siehe die vielen Beiträge hierzu im Forum)

Mir stellt sich allerdings die Frage, wie groß die Unterschiede denn nun wirklich sind. Kaum einer von uns hat die Möglichkeit, Lager unter ansonsten gleichen Bedingungen zu vergleichen, wobei die Bewertung auch noch subjektiv bleibt, wenn nicht exakte Messvorrichtungen gegeben sind. Einfach zwei Sätze zu vergleichen in dem man sie im selben Schuh (womöglich noch mit unterschiedlichen Rollen) selbst fährt, bringt keine vergleichbaren Ergebnisse.
Mir scheint aber, dass dies auch nicht wirklich nötig ist. Die Lager haben einen vergleichbar geringen Effekt, wenn man mit anderen Bedingungen vergleicht. Eine leicht optimierte Haltung (Luftwiderstand) bringt doch bei den meisten Skatern um den Faktor 10 mehr als ein etwas besseres Lager.

Der Fun- und Fitness-Skater kann (wenn er nicht gerade rostigen Schrott als Lager verwendet) die Lagerfrage getrost vergessen.
Ach so, ja! Wir sind natürlich alle Spitzen-Speedskater, bei denen es auf 30 Sekunden bei einem Marathon an kommt. ;-)
Hier könnte ihre Werbung stehen! ...nun gut, dann steht hier meine :-)
http://www.skate-trainer.de

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